BVG und Stadler stellen neue U-Bahn-Generation vor

Am 24. August 2020 luden die BVG und Stadler zu einer gemeinsamen Pressekonferenz ein, um den Zeitplan sowie Details zu den neuen U-Bahnbaureihen J und JK vorzustellen. Bis zu 1.500 Wagen können bestellt werden, was die Bestellung zur Größten in der Geschichte der BVG und auch zum größten Auftrag für Stadler Rail macht. Es werden mindestens 606 Wagen geliefert. Das Gesamtauftragsvolumen bei 1.500 Wagen liegt bei 3 Mrd. €.

Für das U-Bahn Klein- und Großprofil werden zeitgleich neue Züge entwickelt und gebaut. Ab Herbst 2022 sollen die ersten Prototypen ausgeliefert werden, jeweils 12 Wagen fürs Klein- und Großprofil. Ab Ende 2023 sollen dann die Serienzüge kommen. Während die IK-Züge durchschnittlich alle zwei Wochen ausgeliefert wurden, wurde hierfür die Lieferung eines Zuges pro Woche vereinbart.

Die Züge teilen sich überwiegend technisch baugleiche Teile, was die Konstruktion, Ersatzteillieferung und Wartung erheblich vereinfachen soll. Besonders ist, dass die Züge zwar jeweils als Zwei- und Vierwagenzüge ausgeliefert werden, aber modular umgekuppelt werden können:

Bei beiden Baureihen gibt es sogenannte End- und Mittelwagen. Aus ihnen können im Großprofil durchgängige Zwei-, Vier- und Sechs-Wagen-Fahrzeuge gebildet werden. Im Kleinprofil sind durchgängige Zwei- oder Vier-Wagen-Fahrzeuge möglich, aus denen wiederum auch Sechs- oder Acht-Wagen-Einheiten gekuppelt werden können. Ein «langer» Acht-Wagen-Zug kann dann zum Beispiel – wie von den Baureihen HK und IK bekannt – aus zwei miteinander verbundenen, jeweils für sich durchgängigen Vier-Wagen-Fahrzeugen bestehen.

BVG-Pressemitteilung

Weitere, besondere Merkmale sind, dass die JK-Züge zwei statt drei Türen pro Wagenseite haben, beide Baureihen ein verbessertes Raumgefühl durch schmalere Türsäulen haben und ein modernes Fahrgastinformationssystem u.a. mit Seitenanzeigen außen verbaut wird. Die Datenblätter beider Baureihen sind weiter unten zu finden.

Voraussichtlich im Herbst diesen Jahres wird ein Mock-Up präsentiert, an dem sich alle Beteiligten sowie auch die Öffentlichkeit über das Design und Funktionen des neuen Zuges informieren können. Es soll einen weitgehend funktionsfähigen Fahrerstand sowie einen teilfunktionsfähigen Fahrgastraum bieten und vor allem auch dazu dienen, die letzten Design- und Ausstattungsfragen festzulegen.

Bei der Veranstaltung in der Montagehalle von Stadler Pankow sprachen Stadler Deutschland CEO Jure Mikolčić, die Senatorin für Wirtschaft, Energie und Betriebe sowie Aufsichtsratsvorsitzende der BVG, Ramona Pop, der Vorstand Betrieb der BVG, Rolf Erfurt sowie der Verwaltungsratspräsident und Group CEO ad interim von Stadler, Peter Spuhler. Gemeinsam lobten sie die zukunftsorientierte Zusammenarbeit, die die Zukunft der Berliner U-Bahn und damit auch des gesamten Berliner ÖPNVs sowie sichere Arbeitsplätze sichern soll.

Im Rahmen der Pressekonferenz gab Herr Rolf Erfurt ebenfalls bekannt, dass der U5-Lückenschluss am 4. Dezember 2020 in Betrieb genommen wird und die Züge ab dann zwischen Hönow und Hauptbahnhof durchfahren werden.

Teile der Ansprachen sowie Eindrücke der Pressekonferenz können im folgenden Video gesehen werden.

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